3 Sisters

November 24, 2009

Rauchen – Nichtrauchen

September 8, 2009

Heute nahmen wir einen Mann mit. Er sprach uns in Spar an und kannte Sven aus Stanford und fragte, ob wir ihm einen lift geben können.
Als er ausgestiegen war, sagte ich zu Sven, “der roch so gut nach Lagerfeuer. An einem kalten, nassen Tag wie diesem hat dieser rauchige Geruch direkt etwas wärmendes”.
Sven sagte, “ist das dein Ernst? Er roch nach dem billigsten Tabak, den du kaufen kannst, der sieht aus wie Heu und alle Penner stinken danach.”
Es ist ungwöhnlich, daß ich etwas für wohlriechend halte, was für Sven stinkt. Meistens stinkts mir und er riecht gar nicht.

Lange hat mich gestört, dass er nach Rauch gerochen hat, wenn ich nicht rauchte. Ich rieche Rauch 20 Meter gegen den Wind. Als Sven einmal aufgehört hatte zu rauchen, ging ich eines Tages dem Rauchgeruch nach, der in mein Zimmer wehte und fand ihn in der hintersten Ecke des Gartens heimlich rauchen. Ich bereute, das getan zu haben, weil er von da an wieder offiziell rauchte und sich nicht mehr verstecken musste.

Seit mehr als einem Jahr rauchen wir beide nicht mehr. Endgültig. Ich hörte auf aus Solidarität zu ihm. Ich habe über 20 Jahre lang geraucht, ohne eine richtige Raucherin zu sein. Ich konnte an einem Abend eine Schachtel wegqualmen und dann für Tage nicht rauchen, bis ich einen Schluck Alkohol zu mir nahm. Es war mir unmöglich zu widerstehen sobald ich trank. Rauchen und Trinken gehörten zusammen. Nicht selten musste ich deshalb ein Bier aufmachen, damit ich eine Zigarette rauchen konnte. da ich tagsüber nicht trinke, rauchte ich nur abends.

Seit ich aufgehört habe, habe ich heimlich die eine oder andere Zigarette geraucht, wenn ich getrunken habe. Meine letzten beiden Zigaretten waren die besten. Ich habe sie am Neujahrsmorgen geraucht. Jede einzelne habe ich genossen, wie nichts anderes zuvor. Jeden einzelnen Zug habe ich eingezogen, als gäbe es kein Morgen, und Mann, war das gut! Noch nie haben Zigaretten so geschmeckt.

Das erstaunlich ist, das war nicht der Anfang, sondern das Ende. Von diesem Tag an, habe ich nie wieder Lust verspürt zu rauchen. Wenn ich jetzt ein Glas Wein trinke, habe ich vergessen, daß für mich eine Zigarette dazugehörte. Das fiel mir neulich auf. Ich denke nicht einmal mehr daran. Unvorstellbar war das noch vor einem Jahr.
Ich habe an diesem Neujahrmorgen für immer Abschied vom Rauchen genommen. Und was für würdiger ein Abschied.

Do chicks crow?

August 27, 2009

Vor etwa zwei Monaten schenkte uns jemand vier “Hühner”. Hübsche, kleine fluffige Hühner, die sich dekorativ in unserem Garten machten. Wir waren erst ein wenig besorgt wegen der Hunde, aber die reagierten  gelassen und wir haben sogar einen kleinen Hühnerstall im Garten. Die Schenkerin versichterte, wenn man sie für die ersten Tage darin einsperrt würden sie immer wieder zurückkommen und dort ihre Eier legen. Wir waren begeistert von nun an jeden Morgen frische Eier im Stall zu finden.

Aber dem war nicht so. Keine Eier. Stattdessen ein Mordsgekrähe jeden Morgen ab 5 in der Dunkelheit. Die ehemalige Besitzerin sagte, zwei seien Hähne, zwei Hennen. Das Gekrähe war ein Grund, warum sie sie loswerden wollte

Bald stellte sich heraus, daß alle vier “Hühner um die Wette krähten und da die Eier weiterhin ausblieben, bestätigte sich der Verdacht, dass wir im Besitz von vier Hähnen waren. Hübsch waren sie ja, aber der Lärm unerträglich.

Pinky sagte, ihre Großmutter habe die gleichen Hühner. Ich fragte sie, ob man die essen kann. Sie sagte, ja, natürlich. Ich fragte, ob sie Hühner schlachten und ausnehmen und zubereiten kann und sie sagte, dass sie das jederzeit für uns tun könnte.

Es gab immer wieder kurze Diskussionen in der Familie, ob wir den Hähnen den Hals umdrehen sollten, aber die Kinder sagten, es wären Haustiere und ich wollte kein Massaker in unserem Garten haben.

Gestern taten wir den ersten Schritt zur Problemlösung, indem wir Pinky eins der Tiere schenkten. Sie zog froh mit dem Hahn unter dem Arm ab, in Vorfreude auf ein köstliches Mittagessen.

Der Lärm hat deutlich abgenommen. Heute erst um 7 das erste Krähen vernommen. Am Montag geben wir ihr den nächsten Hahn mit. Bisher hat ihn keiner vermisst.

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Cookie checking the “chickens”

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Pinky checking her lunch

Kaltfront

August 20, 2009

Mit dem Sturm und dem Regen kam eine neue Kaltfront. Heute scheint wieder die Sonne. Ich kann mich nicht an die Kälte gewöhnen. Auch wenn der Winter hier lächerlich ist im Vergleich zu Deutschland, die Kälte geht durch und durch, denn die Häuser sind nicht beheizt. Wir haben einen Kamin, den wir manchmal abends anzünden. Tagsüber drängen wir uns zusammen mit den Katzen und den Hunden auf den Sonnenplätzen im Haus, morgens neben Sven’s Schreibtisch, ab nachmittag in unserem Schlafzimmer. Der Rest des Hauses ist kalt und dunkel.

Morgens kann ich an der Menge des Kondenswassers an der Glastür im Schlafzimmer, das zum Garten hinausführt ablesen, wie kalt die Nacht war.

Gestern auf einem kurzen Spaziergang, zwischen den Regengüssen

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Vor dem Sturm

August 18, 2009

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Today: Sick at Home

August 11, 2009

Krank, aber fröhlich
(sick but beautiful)

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Thank you

August 8, 2009

Heute von Spar kommend mach ich den Fehler die Abkürzung zu nehmen, ein schmaler Durchgang zum grossen Feld, wo sich die Nichtsnutze und Trunkenbolde herumtreiben.
Samstag ist Einkaufstag, Freitag Zahltag, da kommen sie alle aus ihren Löchern, kaufen Fusel und lassen sich bis Montag vollaufen.
Ich schau möglichst beiläufig, denn üblicherweise kommt die eine oder andere Gestalt auf einen zugetaumelt und nuschelt auf Afrikaans und ohne Zähne nach ein wenig Geld.
Da seh ich auch schon eine Frau auf mich zustolpern, wacklig, eine Hand vor sich herhaltend, die Handfläche nach oben, ich wink ab, schon von weitem, “hab nix”, ruf ich, was auch stimmt, aber sie lässt sich nicht abhalten und ruft meinen Namen, während sie näher kommt.
Ich bleib stehen, nicht sicher, ob ich richtig gehört habe.
“Elke”, sagt sie.
Elke bedeutet auf Afrikaans “jede”. Elke Tag ist jeder Tag.
“Sven”, sagt die Frau jetzt, vor mir stehend und ihr Alkoholatmen stinkt mir ins Gesicht.
“Elke, Sven”. Kein Zweifel sie kennt mich. Sie streckt ihre Hand aus, um mich zu greifen, ich weiche ein wenig zurück, will sie nicht wirklich anfassen, aber auch nicht unfreundlich sein, schließlich kennt sie mich. Woher?
Sie krabbelt irgendwo an meinem Arm herum, den ich auf den Rücken gelegt habe, es scheint, als wollte sie mir in die Tasche greifen.
Ihr Gesicht drückt tiefste Rührung aus. Ihr fehlen wie vielen Colouredes die Frontzähne.
Sie sagt, sie kennt mich von Christine und Rita. Sie lebt bei Rita und hat uns ein paar Mal auf der Farm gesehen. Rita sei ihre Mutter. Nicht wirklich, aber wie ihre Mutter. Ich frage sie nach ihrem Namen.
“Melissa”, sagt sie. “You don’t remember me at all?”
“Nein”, sag ich, “leider nicht”. Sie will mich festhalten. Ich will weiter.
“Have a nice day, Melissa”, sag ich.
Sie nickt, und sagt “Thank you”.
“Bye bye Melissa”, ich geh weiter.
“Thank you”, ruft sie, und wedelt mit ihrer Hand.
“Okay”, sag ich und geh weiter.
“Thank you”, schreit sie mir hinter her und ich bleib wieder stehen.
Sie steht da und greint, Tränen laufen ihr übers Gesicht. Ich geh weiter.
“Thank you, thank you”, schreit sie mir hinterher und als ich mich ein letztes Mal umdrehe, liegt sie auf den Knien, die Hände gegen den Himmel gestreckt.
“Thaaank youuu!”

Rätsel

August 7, 2009

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Endlich habe ich die Quelle des rätselhaften Kotzgeruchs im Schlafzimmer gefunden. Es sind diese wunderschönen Blumen, die Sven im Garten für mich gepflückt hat.

Kuhfladen

July 31, 2009

Es erstaunt mich immer wieder, daß Kinder wie Erwachsene auch im Winter hartnäckig barfußlaufen.
Jan, der auf einer Farm aufgewachsen ist, und neulich nachts mit nackten Füssen auf dem eiskalten Steinboden unserer Küche stand, erzählte, wie er und seine Brüder als Kinder frühmorgens barfuß auf den vom Rauhreif steifgefrorenen Wiesen Kühe jagten bis ihre Füsse taub vor Kälte waren, und sich anschließend in die dampfenden Kuhfladen stellten um sie wieder aufzuwärmen.
Ein hoch sinnliches Erlebnis, I guess.

Good Bye

January 15, 2009

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Happy new year to everyone!

Now slowly getting back into routine. I am almost a bit depressed today about that. So many things happened. So many plans had been made. And now as if nothing had happened we are going back to normal.
I like to get into this state of desiring something with all my heart and at the same time being completely happy with what we have and content to settle with it.
It is a good exercise.

We had a great holiday. Worked a bit, discovered the most beautiful wild beach behind our house. You only need a 4×4 to get there and we got stuck in the sand twice but only the last 50 meter. It is like in the first part of the surfer movie Endless Summer, when they walk over the dunes in Jeffrey’s Bay and there ist this empty, endless beach with this amazing blue sea.

We had a lot of happy time with friends and family. Food and fun.
We love this place. Even though we neglected our garden and never managed to plant a vegetables or flowers. Now poplars are growing everywhere. We both thought that for this year we want to settle down. Have a place as a home base from which we move. For years now every place has always been temporary and I am longing for a place that is home. A place that won’t change and where we always come back to.

Now, after nothing has changed I am thinking about cutting my hair short. I only let it grow to tie it up. Who needs that lot of hair.

And I am going to leave this place. It felt so lonely. I less and less wanted to go there, rather stay in real life. I realized I stopped emailing my friends and lost contact with them, and that was the opposite of what I intended. Good bye and thank you for your love and attention and beautiful and suporting comments.

Bye bye

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