Gute Nacht

April 10, 2008

Gute Nacht liebe Freunde. Schlaft schön und träumt süß.

Drei Wochen nachdem wir hier eingezogen waren, stand ein altes Weiblein mit einem Blumengesteck vor der Tür und sagte, das sei von Spar für uns, als Willkommensgruß.
Spar it unser Supermarkt und als hätte er es geahnt sind wir seine besten Kunden geworden.

Heute Morgen stand ich an der Kasse und betete im Stillen, während die Kassiererin meine Kreditkarte durchzog, daß das limit noch nicht erreicht sein möge, aber mein Glauben schien nicht stark genug gewesen zu sein, denn sie reichte mir die Karte zurück, weil sie “declined” war. Ich bat sie es nochmal zu versuchen, mit demselben Ergebnis.

Ich kramte mein Bargeld heraus, aber es war nicht genug und deshalb begann ich die Einkauftsasche, die sie bereits so schön gepackt hatte wieder auszupacken und zu überlegen, welche der Artikel nicht zum unbedingten Überleben nötig seien, während sich eine Schlange hinter mir formte. Ich hasse einkaufen und noch mehr hasse ich es nicht genug Geld dabei zu haben, um meinen Einkauf zu bezahlen.

Da hielt mir eine ältere Dame, die ich gar nicht bemerkt hatte und die neben mir an der Kasse stand, 30 Rand hin und sagte, “hier, bitte nimm.” Es war genau der Betrag, der mir fehlte.
Ich sah sie ganz erstaunt an, weil ich sie noch nie gesehen hatte und sagte, “nein danke, es geht schon, ich kenne sie doch gar nicht und weiß gar nicht wie ich das Geld wieder zurückgeben kann.”
Sie sagte, “nein, bitte nimm das Geld, du kennst mich vielleicht nicht, aber ich kenne dich”, und sie hielt mir so entschieden und energisch das Geld hin, daß ich es nahm und damit bezahlte.

Als ich mich umsah und sie nach ihrer Adresse fragen wollte, war sie verschwunden. Auch draußen war sie nicht zu sehen. Keine Spur von der freundlichen alten Dame. Ob sie ein Engel war, der mein Gebet gehört hatte?