Rain Spider
April 21, 2008

This is Africa
Nachts ist es jetzt Winterkalt. Ich schätze es hat um die 7 Grad draußen. Morgens sind die Fenster innen beschlagen. Sobald die Sonne scheint ist es wieder Sommer.
Luzies Zimmer war für zwei Tage nicht zu benutzen, weil eine dicke Spinne an der Wand über ihrem Bett saß. Man nennt sie rain spider, weil sie gerne das Trockene suchen, bevor der Regen kommt. Diese Spinnen sind ungefährlich, können unheimlich schnell rennen und sind ungelogen Hamdtellergroß. Meine Mutter sagt, sie holt sie mit dem Besen runter, schmeißt ein Handtuch auf sie drauf, wickelt sie darin ein und trägt sie ins Freie. So mutig bin ich nicht und Sven war verreist, also blieb sie und Luzie zog bei mir ein.
In der Nacht begann es zu regnen. Ich stand auf, kurbelte die Autofenster hoch und holte die Gartenstühle rein. Am nächsten Tag war die Spinne verschwunden, was noch unheimlicher war, denn irgendwo mußte sie sein. Abends saß sie wieder an der Decke. Wir lasen, daß sie sich bei Licht nur wenig bewegen und gerne im Dunkeln herumlaufen. Wir ließen nachts das Licht im Zimmer an, um sie unter Kontrolle zu haben.
Luzie fragte mich, ob wir nicht Zimmer tauschen könnten, auf Dauer, nicht wegen der Spinne, aber ihr gefiel mein Schlafzimmer auf einmal so gut. Ich zierte mich ein wenig, dann ließ ich sie einen Vertrag aufesetzen in dem mein Recht verzeichnet war, so lange ich wollte in diesem Zimmer bleiben zu dürfen und sie mußte sich verpflichten mich nicht zu fragen, ob ich tauschen wollte.
Luzies Zimmer ist das Schönste von allen. Es hat eine Tür zu einem eigenen kleinen Garten und es liegt von der Straße abgewandt. Ich hatte mich tagsüber, wenn sie in der Schule war, zum Schreiben dorthin verzogen.
Letzte Nacht kam weiterer Tierbesuch in die Wohnung. Ich war aufgestanden, weil die Hunde unruhig waren und als ich sie rausließ, lief eine der Katzen an mir vorbei und legte etwas auf dem Boden ab, das wie ein totes Tier aussah. Es stellte sich als lebender Frosch heraus, den die Katze fasziniert betrachtete und der hop hop hinters Sofa hüpfte. Ich beschloß ihn genauso wie die Spinne zu ignorieren und ging wieder ins Bett.
Als ich heute Morgen aufstand, saß der Frosch vor der Haustür, neben ihm die Katze, ganz friedlich, als hätte sie einen Freund gefunden. Ich öffnete die Tür und Der Frosch hüpfte hop hop wieder hinaus. Die Sonne schien und der Vollmond hing im blauen Himmel.
Inzwischen ist Sven wieder zurück, hat die Spinne beseitigt, wir haben die Zimmer umgeräumt und ich kann vom Bett aus die Sterne durch die Gartenentür sehen.
April 23, 2008 at 9:31 pm
Oh lki ich liebe Deine Geschichten, ich schlaf jetzt schön und träume von freundlichen Fröschen, Yours AG