Was für ein Tag
April 24, 2008

war das gestern. Wir haben endlich ein neues Auto. Seit zwei Jahren wünschen wir uns ein Auto, brauchten es dringend, aber wir hatten nicht das Geld und konnten uns nie richtig entscheiden. Nichts ist schwieriger als ein Auto zu kaufen. Platz sollte es haben, schön sein, alt und doch neu, sparsam, zuverlässig, automatik, Leder, luxeriös und doch simpel und nicht Weiß!
Wir haben glaube ich die erwachsenste Entscheidung unseres Lebens getroffen mit diesem Auto. Es ist so häßlich, daß Sven beim Kauf sagte: “Ich fürchte mich vor den Kindern.”
Die Kinder waren gnädig. Sie sagten, sie würden braune Papiertüten über ihre Köpfe ziehen, wenn sie darin fahren, damit niemand sie erkennt.
Das Auto ist das Gegenteil von fast allem, was wir wollten und doch finden wir beide, es war die perfekte Wahl. Es ist weiß! es ist manual! Es hat Stoffsitze und ist supersimpel. Aber es ist hoch und groß, Platz für 10 Leute! Hat eine durchgehende Vorderbank! Ist Diesel und das unverwüstlichste Auto, das je gebaut wurde.
Wir sahen uns an und sagten, “kannst du es glauben? Wir haben ein Auto! Wir können überall hinfahren, so weit wir wollen.” Unser Bewegungsradius von max. 50 km, den unser alter BMW erlaubte, war durchbrochen. Plötzlich liegt uns die Welt vor Füßen. Laß uns die Welt entdecken, nach Thailand fahren! Ein neues Leben beginnt!
Jetzt muß ich nur noch lernen es zu fahren.

Die Küchentür, von Luzies Hand durchstoßen
Später am Tag lag ich in meinem Zimmer, die Kinder tobten im Haus, Anton hatte einen Freund zu Besuch, da hörte ich Glas klirren. Dann war Stille, was mich sofort alamierte und dann schrie Luzie, leise und verzweifelt.
Das Fenster der Küchentür lag in Scherben, sie stand mit blutender Hand über dem Waschbecken panisch, entsetzt, unter Schock: “Mein Finger, ich hab meinen Finger durchgeschnitten”. Die Jungs standen ganz still, ich nahm ein Handtuch und wickelte es um ihre Hand, um die Blutung zu stoppen. Sie war außer ich. Aidan, Antons Freund sagte: “let`s pray” und das war auch das einzige, was mir einfiel. Die Jungs und ich beteten für Heilung, für ein Wunder, daß nichts ernsthaft verletzt sei, daß die Blutung stoppen würde. Ich gab ihr Rescue Tropfen und Arnica, legte sie aufs Bett. Sie wimmerte nur, “ich kann meinen Finger nicht mehr spüren, was jetzt? was jetzt? das ist so tief, das ist so tief”. Sven kam vom Schwimmen zurück und fuhr sie sofort zum Doktor, der hatte aber geschlossen. Als sie zurückkamen fühlte sie sich schon viel besser.
Wir nahmen das Handtuch ab und es hatte wie ein Wunder kaum geblutet. Der Schnitt war tief, aber sie hatte wieder ein Gefühl in ihrem Finger und konnte ihn bewegen. Sven desinfizierte die Wunde, legte einen großen Verband an und Luzie legte sich um 7 erschöpft schlafen. Heute Morgen ging sie putzmunter und ein wenig stolz auf den großen weißen Verband in die Schule.

Sven jagt den Monsterfalter
Ich hatte Abends zu lange meine Tür zum Garten aufgelassen und ein riesiger Falter in Fledermaußgröße hatte sich ins Zimmer verirrt. Ich schloß die Türen, ging hinaus und hatte ihn schon vergessen als wir später im Bett lagen, als wir ein merkwürdiges Geräusch hörte. Der Falter flog wie ein Kampfflieger im Tiefflug durch das Zimmer. Sven hielt ihm Heldenhaft stand mit einem T-Shirt bewaffnet, das er versuchte über ihn zu werfen wie ein Netz, während der Falter ihm um den Kopf flog, was ihm schließlich auch gelang. Dann war endlich Ruhe
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